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Was ich gerne von Anfang an über Fotografie gewusst hätte

"Bei dieser Kamera..."

Wer glaubt schon daran, dass man zuerst lernen sollte, bevor man Entscheidungen trifft? Die meisten von uns machen es genau umgekehrt. Man sieht beeindruckende Fotos, liest Empfehlungen, schaut Videos – und sofort entsteht der Eindruck: Das liegt an der Kamera. Oder am Objektiv. Oder an irgendeinem Zubehör. Als Fotograf hört man das oft: „Tolles Foto, kein Wunder, du hast ja auch eine tolle Kamera!“ 😡 (Hmmm, die Philharmoniker spielen ja auch genial – klar, bei den teuren Instrumenten!)

Die Industrie, der Handel und viele Online-Kanäle verstärken dieses Bild. Jedes schöne Foto wird auf eine bestimmte Technik zurückgeführt. Dabei wird oft übersehen, was wirklich dahintersteckt: der Fotograf selbst. Seine Kreativität. Sein geschultes Auge. Seine Fähigkeit, Licht zu sehen und zu verstehen.

Viele Fotos der „alten Meister“ sind epische Kunstwerke – und ihre Kameras hatten nicht einmal ansatzweise die Technologie, die heute selbst in einfachen Kit-Kameras steckt. Und trotzdem sind ihre Bilder zeitlos. Was passiert also? Man kauft. Und kauft. Und kauft.

Allerdings macht die Kamera allein noch keine Fotos

Eine Kamera allein erzeugt nicht die guten Bilder. Genauso wenig bringt es, irgendwelchen Einstellungstipps hinterherzujagen. Jede Situation ist anders. Licht, Bewegung, Stimmung – alles verlangt nach einer individuellen Herangehensweise.

Was wirklich zählt, ist das Verständnis der Fotografie. Der Schlüssel dazu ist das Belichtungsdreieck: ISO, Belichtungszeit und Blende – und vor allem ihr Zusammenspiel.

Wer eine (teure) Kamera kauft und sich nicht auskennt, wird bald frustriert sein, und wer ausschließlich im Automatikmodus fotografiert, kann sich die Investition eigentlich auch sparen. In solchen Fällen liefern Smartphones häufig sogar bessere Ergebnisse, weil sie viele Entscheidungen automatisch optimieren.

Regeln kennen – und bewusst brechen

Gute Fotos zu machen setzt voraus, dass man nicht nur seine Kamera beherrscht, sondern insbesondere die Fotografie und Bildgestaltung versteht. Es gibt in der Fotografie sogenannte Regeln – ich nenne sie lieber Empfehlungen:

  • Drittelregel
  • Goldener Schnitt
  • Vorder-, Mittel- und Hintergrund
  • Führende Linien
  • Perspektive u.v.m.

Diese Dinge sollte man kennen. Aber: Kreativität kümmert sich nicht um Regeln. Sobald du sie verstanden hast, darfst du sie auch bewusst brechen. Genau dort entstehen oft die spannendsten Bilder.

Was also tun, bevor man anfängt?

Hier sind meine persönlichen Tipps, die ich gerne früher beherzigt hätte:

1. Der Handel will verkaufen

Und ganz besonders der Online-Handel nutzt diese fiesen psychologischen Tricks und Druckmittel, die wir alle kennen: "Nur noch ein Stück auf Lager...". Mach dir das immer bewusst. Sprich lieber mit einem Profifotografen, bevor du Equipment kaufst. Eine ehrliche Empfehlung spart dir viel Geld, Ärger und Frust.

2. Leihgeräte ausprobieren

Bevor du dich festlegst, teste Kameras und Objektive. Hol dir ein Leihgerät (im Fachhandel). Es zeigt dir schnell, ob dir Haptik, Bedienung und Ergebnisse wirklich liegen.

3. Lieber kleiner anfangen

Starte vielleicht vorerst mit einem gebrauchten Gerät oder einem Kamera-Einsteigermodell und investiere lieber in einen guten Fotokurs. Die Fotografie ist so umfangreich, dass spontane Kaufentscheidungen leicht zu Fehlkäufen führen können. Wenn du investieren möchtest, dann eher in ein gutes, lichtstarkes Objektiv – idealerweise in eine Festbrennweite. Der Lerneffekt und der „Aha-Moment“ sind enorm. Leider habe auch ich Dinge gekauft, die ich bis heute so gut wie nie nutze.

4. Arbeite manuell

Fotografiere am Anfang bewusst im manuellen Modus. Denn im manuellen Modus musst du ISO, Blende und Belichtungszeit selbst einstellen. Dadurch erkennst du, wie Blende die Tiefenschärfe beeinflusst, wie Belichtungszeit Bewegung einfriert oder verwischt, wie ISO das Bildrauschen verändert u.v.m.

5. Fotokurse und Workshops besuchen

Gezieltes Lernen spart Zeit und beschleunigt deinen Fortschritt. Ein Workshop kann dir Struktur geben und viele typische Anfängerfehler vermeiden (hier findest du meine Kurse).

Die wichtigste Erkenntnis

Nicht die Kamera macht das Bild – du machst es. Verstehe Licht. Lerne die Grundlagen. Entwickle dein Auge. Die Technik ist nur ein Werkzeug.

Ich fotografiere seit mehr als 30 Jahren und lerne täglich dazu. Wenn du also zuerst lernst und dann kaufst, wirst du weniger Geld ausgeben – und trotzdem bessere Fotos machen. Und genau darum geht es doch.


Alfred Schretter – Hochzeitsfotograf & Portraitfotograf Kärnten | Professionelle Fotografie und Workshops

 

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